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Vorträge 2019

Die Veranstaltungen finden, sofern nicht anders angegeben, in der "Heldenbar" des Grillo-Theaters, Theaterplatz 11, jeweils um 19.30 Uhr statt. Der Eintritt ist in der Regel frei.

Donnerstag, 24. Januar 2019

Prof. Dr. Sabine Wienker-Piepho (Freiburg/Jena):
Goethe-Kitsch - ein kulturwissenschaftlicher Streifzug durch die Vermarktung eines Dichterfürsten
Bildergebnis für Goethe KitschKitsch ist ein Phänomen, das in allen Künsten und an nahezu allen Orten der Welt definiert, identifiziert und rezipiert wird: in der Bildenden Kunst, in der Literatur, in Musik, Film, Dekoration, Design und Reklame, in der Gestaltung von Gebrauchsgegenständen, bei Inneneinrichtungen und eben auch in der Goethe-Andenken-industrie. Um diese Art von gegenständlichem Kitsch wird es in diesem reich bebilderten Vortrag gehen. Er führt in den Diskurs um einen Begriff ein, den Goethe selbst noch nicht kennen konnte und geht rezeptionsanalytisch der kulturanthropologischen Frage nach, welche «Goethe-Artikel» die Menschen kauf(t)en und warum sie dies tun...
Ein spannender, humorvoller Beitrag der bekannten Freiburger Kulturanthropologin, die uns durch ihren Märchen-Vortrag bestens bekannt ist.


Donnerstag, 21. Februar 2019

«Männer, Männer, sie machen uns glücklich und elend…»
Ein Abend über die Frauen um Goethe mit ersonnenen Weiberworten, wo Quellen fehlen, bei Käthchen, Friederike, Lotte, Lili, Charlotte, Christiane, Minchen, Silvie, Marianne und Ulrike
von und mit Vicki Spindler (Berlin) und Matthias Mertens (Stralsund)


Himmelhochjauchzend waren sie, wenn Goethe sie liebte, zum Tode betrübt, wenn er sie verließ. Gekränkt blieben die einen und stolz oder verzeihend – versöhnlich die anderen, manche unverheiratet bis ans Lebensende, oder sie „entkamen“ noch an die Seite anderer Männer. Und nur eine blieb. Allen ist gemeinsam, dass Goethes Liebe ihre Namen unsterblich werden ließ, doch diesen Frauen und Mädchen verdanken wir im Umkehrschluss auch einige der schönsten goetheschen Werke und dass er wurde, wie wir ihn noch heute verehren.
Eintritt: 10 € (ermäßigt 8 €).


Donnerstag, 21. März 2019

Dr. Bertold Heizmann (Essen):

Im Schatten Goethes. August von Kotzebue

«Natur gab dir so schöne Gaben»: Ein vordergründiges Lob Goethes über August von Kotzebue, den wohl fruchtbarsten und seinerzeit berühmtesten deutschsprachigen Schriftsteller, der aber zugleich einer seiner ärgsten Widersacher war. Trotz dieser Gegnerschaft gibt es keinen Dramatiker, weder Schiller noch Iffland noch Goethe selbst, der unter der Intendanz Goethes am Weimarer Theater öfter aufgeführt worden wäre. Goethe musste hier, wenn auch widerwillig, dem Zeitgeschmack Tribut zollen. Die «schönen Gaben» entwertete Kotzebue selbst durch sein egoistisches und selbstgefälliges Auftreten; es mangelte ihm an jeglicher Selbstkritik. Politisch erzreaktionär und zudem im Verdacht stehend, ein Spion im Dienste Russlands zu sein, wurde er vor 200 Jahren, am 23. März 1819, von einem Burschenschaftler in Mannheim ermordet – diese Tat machte ihn berühmter als sein umfangreiches Werk, das heute weitgehend in Vergessenheit geraten ist. – Der Vortrag unternimmt allerdings den Versuch einer Ehrenrettung, insofern aufgezeigt wird, wie bereits der sensible und hochbegabte Knabe und später der zu Ruhm und Ansehen gelangte Schriftsteller sich an der übermächtigen Figur Goethes abarbeitete und zeitlebens darunter litt, von den ‹Großen› Weimars nicht anerkannt zu werden.


Donnerstag, 11. April 2019

Prof. Dr. Volker Hesse (Berlin):

Goethe und die Kinder
Nach einer kurzen Einführung über die Prägung Goethes als Kind wird sein gesamtes Leben in Bezug auf Beziehungen zu Kindern untersucht. Es geht zunächst um die Kinder der Freunde in Darmstadt, Wetzlar, in Weimar (Wielands und Herders Kinder), den Pflegesohn Fritz von Stein, Peter im Baumgarten, die eigenen Kinder und die Dramatik des Versterbens der vier Geschwister von August sowie dann auch um die besonders persönliche Beziehung zu den Enkeln.
Neben den direkten persönlichen Kontakten werden auch pädagogische Elemente erwähnt, so der Besuch in Basedows Philan-thropinum in Dessau mit Fritz von Stein bzw. der Besuch in der Salzmann-Schule in Schnepfental, den Goethe mit seinem Sohn August vorgenommen hat. Insgesamt stellt sich eine ziemlich vielschichtige Betrachtung, die vor allem die persönliche Seite zeigt, wobei auch durchaus auch Defizite erwähnt werden. Der reich bebilderte Vortrag des Berliner Kinderarztes zeigt eine wenig beachtete Facette von Goethes Persönlichkeit.


Donnerstag, 16. Mai 2019
Prof. Dr. Christian Grawe (Melbourne)
Kolossalerfolge jammervoller Dümmlinge.
Fontane und der populäre Roman seiner Zeit
Zum Fontane-Jahr 2019

Der Autor, der heute als der größte deutsche Romancier in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gilt, Theodor Fontane, fand zu seiner Zeit nur wenige Leser. Er litt unter seiner mangelnden Anerkennung und beklagte die «Trivialität unsrer Schmierer», womit er insbesondere zwei Romanciers mit Riesen-Auflagen meinte: Georg Ebers und Julius Stinde. Beide repräsentieren mit ihren Serien-Romanen ein beliebtes Genre der Zeit: Georg Ebers’ Altägyptische Erzählungen gehören zum historischen und Julius Stindes Geschichten der Familie Buchholz zum Berliner Roman. Während Ebers und Stinde damals den Markt beherrschten, gesteht man ihnen heute «in der Literaturgeschichte» kaum noch die »zwei Zeilen« zu, die Fontane auch sich selbst prophezeite. Vergleichende Beobachtungen an den Romanen der drei Autoren bestätigen Fontanes künstlerischen Rang im Unterschied zur plakativen Anspruchslosigkeit seiner beiden Konkurrenten.
Schwerpunkt der Forschung Christian Grawes ist das Werk Theodor Fontanes


Donnerstag, 27. Juni 2019
Christian Liedtke (Düsseldorf):
Überall und nirgends:
Heinrich Heines Denkmäler

47 Statuen in 10 Ländern auf 4 Kontinenten sind im Laufe von 123 Jahren für Heinrich Heine errichtet worden. Stets schlugen dabei ästhetisch-politische Debatten um die „Denkmal(un)würdigkeit“ des Dichters hohe Wellen, in seiner Geburtsstadt Düsseldorf genau wie anderswo. Christian Liedtke, Heine-Biograph und Archivar des Heinrich-Heine-Instituts, Düsseldorf, unternimmt eine virtuelle Weltreise zu den schönsten, kuriosesten und entlegensten Heine-Denkmälern. Mit vielen Bildern schildert sein Vortrag die Geschichten, Skandale und Diskussionen, die sich mit ihnen verbinden und in denen sich die Wirkungsgeschichte eines Dichters spiegelt, der niemanden gleichgültig lässt.
Von Christian Liedtke gibt es zahlreiche Bücher zu Heine. Zuletzt ist erschienen: HEINRICH HEINE. EIN ABC. Verlag Hoffmann und Campe, Hamburg. Ein Lesevergnügen!


Donnerstag, 12. September 2019

Prof. Dr. Stefan Matuschek (Jena)

Goethe und die Mythologie

Die Mythologie ist nicht nur ein Reservoir an Figuren, Motiven und Ereignissen. Sie ist zugleich eine sich verändernde Idee vom Status und Wert künstlerisch-literarischer Darstellung. Um 1800 vollzieht sich deren radikalster Wandel. Was jahrhundertelang als konventionelles Zeichensystem galt, das Glanz und Ansehen, aber auch erotische und politische Freizügigkeit verschaffte, lädt sich mit utopischer Energie auf. Mythologie wird in ihrer affektisch-sinnlichen Dimension als menschlich-wahrhaftige Weltanschauungsform neu bewertet und als Zukunftsprojekt entworfen. Diese Entstehung des modernen Mythos-Begriffs kann man in Goethes Verwendung der Mythologie schrittweise nachvollziehen: vom Prometheus-Gedicht über die Wieland-Farce und Iphigenie bis zu Faust II. Goethes Werke sind ein Musterkatalog der Mythologie-Ideen um 1800.

Exkursion 2019

Auch in diesem Jahr soll wieder eine Exkursion durchgeführt werden, voraussichtlich vom 27. bis 29. September 2019.
Ziel soll die Goethestadt Bad Lauchstädt sein.

Hierzu erhalten Sie rechtzeitig gesonderte Informationen.


Donnerstag, 10. Oktober 2019

Dr. Wolfgang Pollert (Augsburg)

Der Ilmenauer Bergbau unter der Leitung
Goethes

Goethe leitete im Weimarer Staatsdienst verschiedene Fachkommissionen, darunter die für Bergbau. Kaum eine andere Aufgabe in seinem politischen Leben hat ihn so beschäftigt und seine Leistungskraft so beansprucht – aber auch eine der größten Enttäuschungen bereitet – wie der Ilmenauer Bergbau.
Sein Einsatz in diesem Spezialgebiet liefert ein getreuliches Beispiel für sein praktisches Handeln, er arbeitete sich sorgfältig in das für ihn zunächst fremde Fachgebiet ein, um in allen Bergbaufragen mitwirken zu können. Er handelte in Fürsorge für seine Bergleute, für das Wohl der Landeskinder und in Verantwortung für seinen Fürsten.
Der Referent – gebürtiger Oberhausener – versteht seinen Vortrag auch als einen Beitrag zum „Mythos Bergbau“.


Donnerstag, 21. November 2019

Dr. Hans Ulrich Foertsch (Recklinghausen)
Johanna Sebus – Tod am Niederrhein:

Im Mai 1809, vier Monate nach dem verheerenden Hochwasser am Niederrhein in der französisch besetzten Umgebung von Kleve, das viele Menschen obdachlos machte und in Armut stürzte, verfasste Goethe das Gedicht „Johanna Sebus. Zum Andenken der 17jährigen Schönen, Guten aus dem Dorfe Brienen, die am 13. Januar 1809 bei dem Eisgang des Dammes von Cleverham, Hilfe reichend, unterging“. Es war ein Gelegenheitsgedicht, das das aufopfernde Verhalten und den lebensgefährlichen Einsatz eines 17-jährigen Mädchens bei der Rettung von Menschen schildert. Die beispielhafte Tat wurde auch Napoleon berichtet, der anordnete, dass dem jungen Mädchen ein Denkmal errichtet werden sollte, das heute noch steht und an das Ereignis erinnert. Durch die Verbreitung des Gedichtes wurde die beispielhafte Tat der Johanna Sebus im westeuropäischen Raum berühmt.
Der Vortrag geht auf den geschichtlichen Kontext dieser Naturkatastrophe ein.


 
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